Was für ein Jahr...

...geht zu Ende. Dabei möchten wir gar nicht so sehr auf die große Weltpolitik schauen. Dass die Welt gefühlt auf den Kopf steht, spürt sowieso irgendwie jeder. Nein, auch unser musikalisches Jahr war irgendwie anders, als wir es noch vor Corona gewohnt waren. Insbesondere dadurch, dass zwei langjährige Mitbläser sich endgültig entschlossen haben, nicht mehr im Ensemble mitzuwirken, mussten wir uns nochmal "neu erfinden". Mit überarbeitetem Jahresprogramm machten wir uns wieder an den Start und es schien, als wenn sogar Corona uns wieder einiges möglich machen ließ. So freuten wir uns auf das Premieren-Konzert an Ostermontag. Dieses allerdings blieb uns wegen eines Trauerfalls im Familienkreis verwehrt. Auch spielten wir das geplante Konzert in Nesse nicht, der viel zu frühe Tod des dortigen, von uns sehr geschätzten Pastors Manfred Hurtig traf uns sehr.

Einige andere Konzerte allerdings durften wir spielen. Dabei mussten wir uns an das Quintett-Dasein erst einmal gewöhnen, jeder von uns musste "mehr ran", als je zuvor. 

Gerne erinnern wir uns an das erste Konzert des Jahres gemeinsam mit den vier Damen vom Gesangsquartett Sorella in Ochtersum. Volles Haus und richtig toller Gesang, dazu unser Kontrapunkt der Blechbläser-Kammermusik sorgten für einen sehr kurzweiligen Abend (siehe auch eigener Artikel darüber).

Danach ging es nach Süderneuland, unser erstes, vollständiges Konzert als Quintett. Mit Marika Cuno als dortige Pastorin waren wir lange schon gut bekannt, so war die Freude auf das Konzert nach vielen Jahren auf beiden Seiten sehr groß. An dem schönen Vorsommerabend kamen trotz Fußball-Alternative einige Zuhörer*innen und gemeinsam genossen wir einen gelungenen Konzertabend.

In Warsingsfehn hatten wir zuvor noch nie gespielt, so waren wir sehr gespannt, was uns dort erwarten würde. Leider kamen nur sehr wenige Leute, wie ach in den folgenden Konzerten. Oft haben wir uns gefragt, woran das liegen könnte. Erreicht unsere Einladung i.d.R. über Zeitungen, kirchliche Nachrichten und Abkündigungen in den Gottesdiensten die Menschen nicht? Oder sind viele noch im "Corona-Modus" und trauen sich nicht mehr unter Menschen? Schwer zu sagen. Zumindest waren die wenigen Gäste sehr begeistert aber auch über die geringe Beteiligung enttäuscht. Wie des Öfteren wurde auch in dieser Gemeinde ein nächstes Konzert gewünscht und versprochen, dann noch mehr Werbung machen zu wollen. Trotzdem, wir freuen uns immer über die, die kommen und ärgern uns nicht daran, wenn es nur wenige sind. Der Spätnachmittag war klasse und wir wollen gerne wiederkommen!

 

In Groothusen waren wir nicht ganz unbekannt und somit zog es einige Leute in unser Konzert. Schon vor dem Konzert gab es an dem wunderbaren Sommerabend draußen freundliche Kontakte. Ein Getränkeangebot seitens der Organisatoren in der Konzertpause trug zudem zu der ohnehin sich durch das ganze Konzert ziehenden sommerlich vergnügten Stimmung bei. Dort zu spielen hat uns einmal mehr große Freude bereitet.

Ein besonderes Konzert erwartete uns in Bunde: Dort waren wir gebeten worden, ein Benefiz-Konzert zugunsten des jungen Vereins "Steernsnupp" zu geben. Dieser Verein hat zum Inhalt, totkranken Menschen einen letzten Lebenswunsch zu erfüllen und dafür wollten wir sehr gerne einen Beitrag leisten. Leider besuchten uns nicht viele Menschen aber auch hier gaben wir alles und konnten die wenigen Besucher*innen voll in unseren Bann ziehen. Der Vereinsvorstand war selbst mehr als erstaunt, was denn fünf Blechbläser mit vielen Stilrichtungen so zum Besten geben können. Aber auch über das Spendenergebnis von über 1000 €, zu dem wir nicht nur musikalisch beitrugen. Die Freude war ganz unsererseits und "überes" Geld kann man aus unserer Sicht wirklich nicht besser verwenden, als Menschen die Erfüllung eines letzten Wunsches zu ermöglichen.

Auch beim Konzert in Bedekaspel bot sich ein ähnliches Bild: Wenige Zuhörer*innen mit großer Lust auf unser Konzert. Unter den Gästen auch einige Blechbläser, wie wir erfahren haben. Sehr freundlich wurden wir empfangen und unterstützt. Und mit großem Applaus am Ende verabschiedet. Wir haben uns auch dort sehr wohl gefühlt, wie auch unsere Besucher, die das vielfach zum Ausdruck brachten und sich ein nächstes Mal sehr wünschten. Gerne kommen wir auch wieder zu euch!

Unser letztes Konzert spielten wir in Hesel, bevor es in die Adventszeit ging. Dieser Auftritt war aus bekannten Gründen schon zweimal aufgeschoben worden aber nun endlich konnten wir einmal in dieser schönen Kirche unsere Premiere feiern. Auch in Hesel fühlten wir uns vor einem kleinen aber feinen Publikum sehr wohl. Die Menschen genossen sichtbar unsere Musik und erfreuten sich an der teils informativen aber auch mit einem Augenzwinkern dargebotenen Moderation. Freundliche Gespräche nach dem Konzert bestätigten uns, dass wir mit unserem musikalischen Hobby den Menschen etwas Gutes tun und oftmals emotional mitten in´s Herz treffen. In jedem unserer Konzerte erleben wir Menschen lachend, weinend, nachdenklich, begeistert, still zuhörend, schmunzelnd wippend. Was für ein Segen!

Wie schon oft beschrieben, leiten wir unsere persönliche Adventszeit mit dem üblicherweise letzten Auftritt des Jahres in der Kirche zu Nesse ein. Dort begleiten wir traditionell den musikalischen Gottesdienst am Abend des ersten Advents. In diesem Jahr gingen wir dem mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. In all den Jahren, und es waren weit über 10, trafen wir auf Manfred Hurtig als dortigen Pastor und wir waren ein richtig eingespieltes Team. Nun ist er bei Gott und wir durften und werden ihn nicht mehr erleben. In diesem Jahr übernahm zufällig Johann Barkhoff, der noch bis 2019 in unserem Ensemble selbst Trompete spielte, als Prädikant die Leitung dieses Gottesdienstes. Als hätte es so sein sollen, war alles so vertraut, dass uns gemeinsam ein gewohnt stimmiger Auftakt in die Adventszeit gelang. Ein sehr würdiger aber auch berührender Gottesdienst, an dem ganz sicher auch Manfred seine Freude gehabt hätte.

Was für ein Jahr!